Im Uhrzeigersinn von oben: Hochhausviertel Porta Nuova, Castello Sforzesco, Teatro alla Scala, Galleria Vittorio Emanuele II, Bahnhof Milano Centrale, Arco della Pace und Mailänder Dom.
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Oh, wie schön! Oh bei! Oh bei! – mit diesem Ruf versuchten Mailänder Straßenhändler, Passanten auf dem Markt anzulocken, der seit 1288 die Weihnachtszeit in Mailand einläutet. Angeblich ist dieser Ausdruck die verkürzte Form von „O bella!“ (Oh, wie schön!). Angezogen von den Rufen der Marktschreier, vom Gesang und vom feinen Duft in der Luft bummeln Sie zwischen den Ständen. Überall stehen Einheimische in Grüppchen zusammen, plaudern und grüßen Bekannte – ganz Mailand ist Anfang Dezember auf der Fiera degli Obei Obei. Ursprünglich wurde der Markt bei der Basilika für Mailands Schutzheiligen Ambrosius abgehalten, dessen Feiertag auf den 7. Dezember fällt. An diesem Tag werden in Mailand der Tradition entsprechend in den Wohnungen der Christbaum in die Krippe gestellt. Eine festliche Stimmung erfüllt die ganze Stadt. Die Schaufenster sind bunt geschmückt, weihnachtliche Lichterketten erleuchten die Straßen, Menschen flitzen mit Geschenken durch die Viertel, und in den Restaurants tauschen Gäste Festtagswünsche aus. In diese Zeit fällt auch eines der Top-Ereignisse in Italiens Festkalender: der Auftakt der Opernsaison an der Scala. Wer in Italiens Society Rang und Namen hat, lässt sich dies nicht entgehen. Auch wenn es fest unmöglich ist, eine Karte für die Premiere zu ergattern, so ist der Dezember doch ideal für eine Reise nach Mailand. Auf Streifzügen entdeckt man ruhige Wohnviertel, die versteckten Hinterhöfe eleganter Palazzi, hübsche Dachgärten – und bemerkenswerte Kirchen. An erster Stelle stehen hier natürlich der aufsehenerregende Dom und Santa Maria della Grazie. An der Refektoriumswand der schönen Kirche aus dem 15. Jahrhundert können Sie eines der berühmtesten Kunstwerke der Welt bestaunen: Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl. Mailand ist stets eine Stadt der überraschenden Gegensätze, doch besonders intensiv erlebt man dies in jener magischen Zeit im Dezember, wenn sich ganz Mailand festlich fein macht.

Mailands Fest

Mailands stets aufgeregter Feststimmung kann man sich in der Vorweihnachtszeit nur schwer entziehen. Doch es gibt auch in dieser hektischen Zeit ruhige Winkel zu entdecken. In vier Tagen erleben Sie nicht nur das turbulente Treiben der Fiera, sondern auch Mailands stillere Seiten.

Vier magische Tage

Diesen Tag verbringen Sie größtenteils auf der Fiera degli Obei Obei, durchstöbern die Stände, genießen Glühwein und festliche Stimmung. Eine Pause vom Trubel bietet die romansiche Chieas di Sant‘ Ambrogio mit dem schönen goldenen Altar aus dem Jahr 835.

Am Vormittag schlendern Sie auf dem Corso Magenta an den eleganten Palazzi des Mailänder Adels vorbei bis zur Chiesa die Santa maria delle Grazie mit der herrlichen Apis. Gehen Sie zum Mittagsessen, bevor Sie Ihr eigentliches Ziel im Angriff nehmen: Leonardo da Vincis Letztes Abendmahl im Kloster, das Sie vom Kirchplatz aus betreten.

Heute gehen Sie zum Teatro alla Scala. Auch wenn Sie nicht hineinkommen, lohnt doch ein Besuch des benachbarten Museums mit der schönen Theatersammlung. Mittags bummeln Sie zur Galleria Vittoria Emanuele II. In dieser wunderbaren Passage mit der Glaskuppel aus dem 19. Jahrhunert drängen sich schicke Läden, Bars und Restaurants.

Heute flanieren Sie über den Corso Venezia vorei an beeindruckenden klassizistischen Gebäuden und zu den Giardini Pubblici Indro Montanelli. In der klassizistischen Villa Reale aus dem 18. Jahrhundert präsentiert das herausragendes Civico Museo d‘ Arte Contemporanea eine hervorragende Sammlung von Kusnt vom 19. Jahrhundert bis heute, darunter eine fabelhafte Sammlung postimpressionistischer Gemälde. Nachmittags wandern Sie zum schön restaurierten Jugendstilbau des Acquario Civico di Milano, das 36 Aquarien und offene Becken umfasst.

Dos & Don’ts

Wenn Sie als Opernfan Karten für die Aufführung in der Scala suchen, versuchen Sie es auf www.teatroallascala.org

Gehen Sie mit Ihren Kindern zu einer Vorstellung im Teatro Gerolamo, das eine der besten Marionettengruppen Italiens bespielt. Mehr auf www.marionettecolla.org (nur italienisch).

Versuchen Sie nicht, das Letzte Abendmahl ohne vorherige Buchung zu sehen. Sie warten eventuell ewig und erfolglos in der Kälte. Buchungen auf www.cenacolovinciano.net

Teatro Scala

Das Opernhaus La Scala wurde 1778 eröffnet. Hinter seiner eher unauffälligen Fassade verbirgt sich ein prunkvoller Zuschauerraum mit hufeisenförmigen Rängen. Die Bühne ist noch heute eine der größten Italiens. Dank der überragenden Akustik und er unangefochtenen Bedeutung Mailands als künstlerisches und kulturelles Zentrum ist das Teatro alla Scala in der Opernwelt ein wahres Heiligtum.

Anreise

Mailand (Milano) ist die Hauptstadt der Lobardei. Die beiden Flughäfen sind Linate (6 km) und Malpensa (50 km). Von Linate fählt ein Shuttle-Bus in die Innenstadt, nach Malpensa gibt es Bus- und Zugverbindungen. Wer von Deutschland mit dem Auto nach Mailand fahren will, wählt entweder die Route über den Brennerpass, dann A22 bis Verona, weiter A4, oder er fährt die kürzere Strecke über Lindau durch Österreich und die Schweiz über Como.

Vor Ort unterwegs

Mailand hat ein gutes öffentliches Verkehrssystem. Außerdem ist das Zentrum leicht zu Fuß zu erkunden.

Wetter

Mailand kann im Dezember sehr kalt sein, die Tagestemperaturen erreichen im Durchschnitt nur 6 C. Wenn Schnee fällt, wirkt die Stadt wie verzaubert.

Übernachten

Das elegante Hotel Manin liegt ruhig am öffentlichen Park Porta Venezia; Familiensuiten ab 250 Euro; www.hotelmanin.it

Die in der ganzen Stadt verteilten The Place Luxury Suite Apartments bieten viel Luxus und Komfort, Babysitter (muss vorab gebucht werden) und Frühstück Apartments ab 220 Euro; www.theplace.it

Essen gehen

Wie in jeder Großstadt gibt es auch in Mailand Restaurants und Cafes für jeden Geschmack und Geldbeutel. Die Enotec La Dogana del Buongusto serviert kreative Küche (Abendessen ab 35 Euro; 02-894 237 97). Zucca e Melon bietet feine lombardische Gerichte zu guten Preisen (ab 30 Euro; 02 894 558 50), Arrow’s ist auf Seafood spezialisiert (ab 40 Euro, 02 341 533), bei Ribot schmecken Gegrilltes und kassische toskanische Gerichte (ab 40 Euro, 02 3921 0657) und Giannino glänzt mit erstklassiger Mailänder Küche im Belle-Epoque-Ambiente (etwas 50 Euro, 02 6698 6998).

Information

http://ciaomilano.it

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